image

Diagnostik des Myofaszialen Schmerzsyndroms

Das Myofasziale Schmerzsyndrom ist gekennzeichnet durch die Anwesenheit von Myofaszialen Triggerpunkten. Die Einbeziehung der Muskulatur zur Beurteilung von Beschwerden des Bewegungssystems erweitert den diagnostischen Fokus für Arzt und Therapeut erheblich. Mit Hilfe der von Travell und Simons beschriebenen charakteristischen Übertragungsschmerzmuster aus der Muskulatur lassen sich schon aus der Anamnese heraus richtungweisende Anhaltspunkte auf die an der Beschwerdesymptomatik beteiligten Strukturen schließen.

Referred Pain Pattern (Trapez und Glutaeus minimus)

Um das Beschwerdebild eines Patienten weiter einzugrenzen, werden in der Folge Übersichtsuntersuchungen in Form von Dehnungs- und Anspannungstests der betroffenen Muskelgruppen durchgeführt. Hierdurch wird die betroffene Muskulatur immer weiter eingegrenzt. Zuletzt wird die Muskulatur genau und damit spezifisch mit einer standardisierten Palpationstechnik untersucht. Es wird nach den klinischen Merkmalen eines Myofaszialen Triggerpunktes gesucht. Die klinischen Merkmale eines Myofaszialen Triggerpunktes sind von Travell und Simons in der Vergangenheit klar definiert worden. Die fünf wichtigsten seien hier genannt:

In der Medizin des Bewegungssystems ist die hohe Reproduzierbarkeit der Untersuchungsergebnisse für eine solch spezifische diagnostische Aussage einmalig. Im Klartext bedeutet dies, dass zwei Experten, welche einen Patienten untersuchen, zum gleichen Untersuchungsergebnis kommen. Diagnostische Hilfsmittel sind eigentlich nicht notwendig.

Einige Eigenschaften von Myofaszialen Triggerpunkten lassen sich jedoch noch etwas genauer herausarbeiten. So kann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung die lokale Zuckungsreaktion dargestellt werden. Mit einer Akupunkturnadel ist die Zuckungsreaktion sicherer auszulösen als bei der Palpation. Mit Hilfe von fokussierten extrakorporalen Stoßwellen (ESWT) lassen sich die charakteristischen Übertragungsschmerzmuster klar herausarbeiten.

Die Diagnostik von Myofaszialen Triggerpunkten ist erlernbar. Nach den bisherigen Erfahrungen ist hierfür ein gut strukturiertes und umfangreiches Ausbildungscurriculum notwendig. Die MGMS formuliert hier in Kooperation mit der IMTT Schweiz den medizinischen Standard.

image